Die Gründerin
Schwester Maria Celeste Crostarosa

Am 31. Oktober 1696 wurde Julia Crostarosa die spätere Schwester Maria Celeste als zehntes von zwölf Kindern in einer Patrizier Familie Neapels geboren. Wer war sie?

Kindheit und Jugend

Von der Mutter zu einem religiösen Leben angeleitet, mühte sie sich schon in früher Kindheit um die Liebe zu Jesus – und wurde von ihm mit geistlichen Erkenntnissen reich beschenkt. Um die Echtheit der Erleuchtungen zu überprüfen, vertraute sie sich geistlichen Begleitern an. Ihrem Charakter nach war sie eine typische Südländerin; sie hatte ein anziehendes, heiteres Wesen. Schon früh zeigte sich ihre Fähigkeit, Menschen zu leiten.

Erste Erfahrungen im Ordensleben

Mit zweiundzwanzig Jahren besuchte sie ein Karmelitinnen Kloster in Marigliano und blieb mit ihrer älteren Schwester gleich dort. Sie nahm ihre Gottsuche ernst. Auf ihre Anregung hin wurden manche Missstände beseitigt. Schon als Novizin wurde sie mit wichtigen Aufgaben betraut.

Nach ein paar Jahren musste dieses Kloster wegen unzumutbarer Verfügungen der Lehensherrin aufgehoben werden. Kurz zuvor hatte Celeste Tommaso Falcoia kennen gelernt. Er sollte für ihr weiteres Leben sehr bestimmend werden. Er wollte die Crostarosa-Schwestern im Heimsuchungs-Kloster in Scala haben. Celeste erkannte darin den Willen Gottes.

Scala: der neue Orden die Redemptoristinnen

Celeste war noch im Noviziat, als ihr im Gebet klar wurde, dass Gott durch sie einen neuen Orden gründen wollte. Sie konnte es nicht fassen und schwieg.

Schließlich wurde sie durch die Last dieses Auftrags gedrängt, sich Ihrer Noviziats-Leiterin mitzuteilen; diese war von der Idee begeistert. Auf göttliche Eingebung hin schrieb Celeste innerhalb von vierzig Tagen, jeweils nach der heiligen Kommunion, die Regel des neuen Ordens.

Jede Schwester und die ganze Gemeinschaft sollte sich vom Geist Jesu Christi immer mehr prägen und umformen lassen, sodass sie selbst eine Viva Memoria, ein von Seinem Leben erfülltes Gedächtnis seien. Mit Christus verbunden, führen sie in der Verborgenheit eines Klausurklosters Seine Erlösung fort: in Gebet, Arbeit und schwesterlicher Liebe.
Die Gründung

Bischof Falcoia glaubte zunächst nicht, dass Gott durch Celeste etwas Neues wirken wollte. Er ließ sich jedoch von anderen Theologen, die die Angelegenheit prüften, umstimmen. Aber auch innerhalb des Klosters entstanden massive Widerstände. Celeste hatte unter mancherlei Anfeindung und Demütigung zu leiden. Der hl. Alfons von Liguori, ein eifriger Missionär bei den Armen Neapels, hatte über die „irregeleitete Visionärin“ schon manches gehört. Aber nach seinen Gesprächen mit Celeste und den Schwestern von Scala erkannte er in den Offenbarungen über den neuen Orden das Wirken Gottes. Tatkräftig half er mit, sodass die Schwestern am Pfingstsonntag, dem 13. Mai 1731, das Leben nach der neuen Regel beginnen konnten. Am Fest der Verklärung des Herrn zogen sie das rote Ordenskleid an. Es sollte sie immer an die Liebe Gottes, die bis zur Hingabe im Tod am Kreuz ging, erinnern.

Durch Celestes Offenbarungen bestärkt, gründete Alfons im folgenden Jahr die Kongregation der Redemptoristen.

Gescheitert

Celeste war mit ihrer Spiritualität der damaligen Zeit weit voraus. Sie ließ sich ganz leiten von der Heiligen Schrift und gestaltete ihr Leben in der Einheit mit dem auferstandenen Christus. Sie war überzeugt, dass Gott alle Menschen liebt und die Getauften durch eine reale Einheit mit Jesus Christus zu Miterlösern berufen will. Falcoia verstand sie nicht; er veränderte eigenmächtig die Regel und verfälschte so den Geist des Institutes. Um ihren Auftrag nicht zu verraten, und die Freiheit des Gewissens zu wahren, nahm sie das Schwerste auf sich: Weil sich Celeste Falcoia nicht unterwarf, drängte der die Schwestern, sie von der Gemeinschaft auszuschließen. Sie musste das Kloster verlassen.

Neuanfang

Celeste sah nicht mehr klar, wie ihr Leben weitergehen sollte. Sie fürchtete, alle ihre Offenbarungen könnten Täuschung gewesen sein. Nach fünf Jahren gewann sie aber ihre innere Sicherheit zurück.

Sie suchte nach einem geeigneten Kloster. Obschon sie selbst weiterhin nach der Regel der Redemptoristinnen lebte, reformierte sie eine andere Ordensgemeinschaft nach deren Regel. Schließlich kam sie nach Foggia. Trotz mancher Anfangsschwierigkeiten gelang dort die Gründung eines Klosters nach der unverfälschten Regel.
In Foggia wurde sie bald als „heilige Priorin“ verehrt. Menschen fanden in ihr eine geistliche Begleiterin und ließen sich von ihr auf dem Weg zu Gott führen. Hier kam sie zur Ruhe und fand Zeit, im Auftrag ihres Beichtvaters ihre Autobiographie zu schreiben und andere geistliche Schriften zu.

Vollendung

Nach einem Leben der treuen Nachfolge Jesu starb Schwester Maria Celeste am 14. September 1755, es war das Fest Kreuzerhöhung. Ihrem Wunsch entsprechend, wurde ihr in ihrer letzten Stunde die Johannes-Passion vorgelesen, und bei den Worten „Es ist vollbracht“ durfte sie zu Gott heimkehren.
Celestes Leib ist unverwest. Wir hoffen, dass ihr Seligsprechungs-Prozess bald abgeschlossen wird, damit ihr Vorbild und ihre befreiende, zeitgemäße Theologie in der Kirche aufleuchten
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